Privataudienz im Vatikan

An den Gräbern der Apostel

Deutschsprachige Regentenkonferenz in Rom

Im Abstand von 10 Jahren treffen sich die Regenten der Priesterseminare Deutschlands, Österreichs und der Schweiz jeweils in Rom, um sich mit aktuellen Fragen und Herausforderungen der Priesterausbildung zu beschäftigen und ins Gespräch mit Verantwortlichen der Kurie zu kommen. An dieser viertägigen Tagung mit fast 40 Teilnehmern in der ersten Märzwoche nahm auch unser Regens Dr. Menke-Peitzmeyer teil.
Vor dem Hintergrund der Ende 2016 erschienenen neuen Grundordnung der Priesterbildung für die gesamte Weltkirche („Ratio fundamentalis“) steht die deutschsprachige Regentenkonferenz vor der Aufgabe, die bislang geltende Rahmenordnung („Ratio nationalis“) für Deutschland, Österreich und die Schweiz zu überarbeiten. In Gesprächen mit Kardinal Stella und Erzbischof Patrón Wong von der Kleruskongregation sowie mit Kardinal Woelki, dem Delegierten der Deutschen Bischofskonferenz für die Priesterausbildung, wurde zum einen die aktuelle Situation der zurückgehenden Zahlen der Priesteramtskandidaten thematisiert, aber auch die Notwendigkeit einer zeitgemäßen ganzheitlichen Ausbildung behandelt. Auch die Frage einer Konzentration der Seminarausbildung in Deutschland durch eine verstärkte Kooperation und ggf. Zusammenlegung der Seminare war ein wichtiges Thema der Beratungen.

Papst Franziskus im Gespräch mit Msgr. Dr. Menke-Peitzmeyer
 
 

In seiner Ansprache bei einer Privataudienz im Vatikan räumte Papst Franziskus ein, dass er erkannt habe, „dass heute neue und unterschiedliche Kulturformen entstehen, die sich nicht an unsere üblichen Modelle anpassen.“ Und er fügte hinzu: „Manches Gewohnte müssen wir ablegen und uns auf Fremdes einlassen.“ Wie dies geschehen und konkret gestaltet werden kann, bleibe, so Regens Menke-Peitzmeyer, für die deutschsprachigen Regenten eine große Herausforderung, zu der die Konferenz bereits seit längerem Vorschläge erarbeitet habe, die es seitens der Bischofskonferenz zu beraten und zu entscheiden gelte.

Privataudienz bei Papst Franziskus
 
 

Auf großes Interesse traf ein Studientag, den Professor Dr. Hans Zollner SJ vom Psychologischen Institut der Päpstlichen Universität Gregoriana mit einer Mitarbeiterin gestaltete. Pater Zollner ist im Umfeld der internationalen „Child Protection“ und der damit verbundenen Präventionsarbeit zum Schutz vor sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche federführend tätig. Er berichtete ausführlich von seinen Erfahrungen in diesem ebenso sensiblen wie wichtigen Themenfeld, z. B. in Australien, wo ein Missbrauchsskandal die katholische Kirche bis in ihre Fundamente erschüttere. Die Regenten waren sich mit ihm darin einig, dass aufgrund schmerzlicher Erfahrungen in der Vergangenheit dauerhaft ein besonderes Augenmerk der Priesterausbildung auf die menschliche Reifung der Seminaristen und eine gesunde, speziell den affektiven Bereich berücksichtigende Hinführung zur zölibatären Lebensform gerichtet werden müsse.
Im Rahmen der Konferenz statteten die Regenten auf Einladung von P. Rektor Stefan Dartmann SJ auch dem Collegium et Hungaricum in Rom einen Besuch ab. Dort informierten sie sich – auch in der Begegnung mit den Seminaristen - über die Priesterausbildung in einem zunehmend europäischer werdenden Kolleg im Herzen Roms.