Alte Orgel in neuer Kirche

„Singt und jubelt aus vollem Herzen zum Lob des Herrn!“
Eph 5,19
Orgel der Seminarkirche St. Peter und Paul

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) räumt in der Liturgiekonstitution der Kirchenmusik insgesamt, der Orgel jedoch im Besonderen, einen hohen Stellenwert für die Liturgie der Kirche ein:
 
„Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“ (SC 120)
 
Betritt man den Kirchenraum der neuen Kirche St. Peter und Paul im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn, mag man auf den ersten Blick eine Orgel vermissen. Doch es gehört zur Gesamtkonzeption der Kirche, dass der Klang wie auch das Licht durch die rautenförmig strukturierten Holzlamellen gleichsam verborgen und ungeahnt in den Raum treten.

Da sich die Orgel (ursprünglich „Orgelbau S. Sauer“ II/12, 1986) im Vorgängerkirchbau des Priesterseminars in einem tadellosen Zustand befand, entschloss man sich, sie mit in den Neubau zu übernehmen. Neben einer kompletten Erneuerung der elektrischen Anlage ist sie mit einem neuen Spieltisch und einem neuen Gehäuse ausgestattet worden. Der Spieltisch ist fahrbar und kann somit zu den unterschiedlichsten liturgischen Feiern oder Konzerten an verschiedenen Orten im Kirchenraum positioniert werden. Außerhalb liturgischer Feiern befindet er sich unsichtbar in einer verschlossenen Nische. Das zweimanualige Orgelwerk steht nun insgesamt in einem Holzkasten, dessen Jalousien mithilfe eines Schwelltritts im Spieltisch stufenlos geöffnet und geschlossen werden können, um so ein Crescendo oder Decrescendo des Gesamtklanges zu erzielen.
Die Arbeiten führte die Orgelbauwerkstatt „Orgelbau Sauer und Heinemann“ aus Höxter in hoher handwerklicher Qualität aus.

 
 

Durch die Platzierung des Spieltischs im Kirchenraum wird deutlich, dass der Kirchenmusiker einen liturgischen Dienst erfüllt, der den biblisch begründeten Auftrag an die versammelte Gemeinde „Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und Lieder erklingen, wie der Geist sie eingibt. Singt und jubelt aus vollem Herzen zum Lob des Herrn!“ (Eph 5,19) bei Eucharistiefeier und Stundengebet im Priesterseminar befördert.

Disposition der Orgel:

I. Manual C-g´´´: Hauptwerk II. Manual C-g´´´: Positiv Pedal C-f´ Spielhilfen
Holzflöte 8´ Holzrohrflöte 8´ Subbaß 16´ 2 freie Kombinationen
Praestant 4´ Gemshorn 4´ Viola 8´ Tutti
Spillpfeife 4´ Flageolet 2´ Hohlflöte 4´ Manualkoppel II-I
Gambenmixtur 2 2/3´ Terzian 2-fach 1 3/5´ Euphone 16´ Pedalkoppel I
Tremulant Tremulant
Pedalkoppel II



Schwelltritt