Schwedenfahrt des Oberkurses 2017

„Välkommen till Sverige“ – Willkommen in Schweden!

- Fahrt der Diakone des Oberkurses nach Schweden -

 
 

Wie gegen Abschluss der gemeinsamen Zeit im Priesterseminar üblich, so ist auch dieses Jahr der Oberkurs wieder auf Reisen gegangen. Vom 17. bis 26. September machten sich die drei Diakone Daniel Wäschenbach, Christian Schmidtke und Johannes Sanders gemeinsam mit Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Domvikar Dr.  Rainer Hohmann und Herrn Marcel Fischer (7.Semester, der im vergangenen Jahr seine Freisemester in Uppsala, Schweden verbrachte) als „Reisebegleiter“ auf, um die (katholische) Welt im Norden Europas kennenzulernen.

Gruppenfoto der Schweden-Fahrer

Marcel Fischer berichtet von der gemeinsamen Fahrt:
„Gemeinsam brachen wir am Sonntagnachmittag mit dem Bulli gen Norden auf. Unser erstes Ziel war Travemünde. Von dort aus nahmen wir die nächtliche Fähre nach Trelleborg, das an der Südküste Schwedens liegt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Trelleborg ging es dann weiter nach Mariavall. Mariavall ist ein junges und modern konstruiertes, 1991 eingeweihtes, Benediktinerinnenkloster, in dem 16 Ordensfrauen beten und arbeiten. Dort angekommen, wurden wir sehr herzlich empfangen, über das Klosterleben informiert und gut untergebracht. Allerdings blieben wir nur einen Tag, an dem wir u. a. auch P. Ingmar und seinen kleinen Benediktinerkonvent kennen lernten und eine längere Wanderung unternahmen, und fuhren dann schon weiter in Richtung Stockholm . Ziel war das Birgittinnenkloster im Stockholmer Stadtteil Djursholm. Dieses Ziel brachte uns allerdings eine sehr lange Autofahrt ein, da zwischen Mariavall und Djursholm hunderte Kilometer liegen… Zwischendurch legten wir einen Stopp in der Innenstadt von Stockholm ein, um die Katholische Gemeinde St. Eugenia zu besuchen. Hier bekamen wir durch den Pfarrer der Gemeinde, Pfarrer Dr. Dominik Terstriep SJ, sehr interessante Einblicke in das pastorale Leben der katholischen Minderheit in der Fast-Millionenstadt.

Am Mittwoch erreichten wir dann vielleicht den Höhepunkt der Reise: Zusammen mit einer Reisegruppe des Ansgarwerks, die sich aus Priester und hauptberuflich tätigen Laien aus den Diözesen Hamburg und Osnabrück zusammensetzte, hatten wir am Morgen eine Audienz beim frischgebackenen schwedischen Kardinal, Bischof Anders Arborelius OCD. Es war eine tief beeindruckende und sehr informative Begegnung, bei der wir eine Menge über Schweden in Erfahrung bringen konnten. Donnerstags verschlug es uns nach Uppsala, in der ich letztes Jahr meine Freisemester absolvierte. Hier besuchten wir das Newman-Institut, das die einzige staatlich anerkannte katholische Hochschule in ganz Skandinavien bildet. Hier studieren ungefähr 200 Menschen unterschiedlichen Alters. Begleitet wurden wir dabei vom Direktor der von Jesuiten 2001 gegründeten und geleiteten Hochschule, P. Dr. Philip Geister SJ. Er erzählte uns sehr engagiert von der Geschichte und dem apostolischen Auftrag der Hochschule. Direkt danach trafen wir Anna Nick, die Koordinatorin der Praktikanten im Norden, die, vom Bonifatiuswerk unterstützt, die Möglichkeit bekommen, bis zu 1 ½ Jahre an einem oder mehreren Orten in den verschiedenen Ländern Skandinaviens ein Praktikum zu absolvieren. Auch ich absolvierte während meines Aufenthaltes in Schweden neben dem Studium ein solches Praktikum, und so bot es sich an, mehr über dieses Programm direkt vor Ort zu vermitteln. So besuchten wir auch die kath. Gemeinde St. Lars (Laurentius) in Uppsala, wo wir Sr. Dorothea trafen, die uns sehr aufschlussreich von ihren 25 jährigen Erfahrungen als Kranken – und Gemeindeschwester im extrem säkularen Schweden erzählte. Abends besuchten wir dann noch die Abendmesse der Gemeinde. Vielleicht das erste Mal auf der Reise konnten wir bei dieser Gelegenheit eine lebendige und wachsende Gottesdienstgemeinde erleben.

 
 

Den Freitag verbrachten wir dann im Herzen Stockholms, dem pulsierenden kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Samstags machten wir uns schließlich auf nach Vadstena, dem Ursprungsort der Birgittinnen. Nach einem kleinen Stopp in Linköping – dort steht die zweitgrößte Kirche Schwedens – erreichten wir dann am Nachmittag Vadstena. Man könnte Vadstena als die kleine Verwirklichung der – nach deutschen Vorstellungen- „typisch“ schwedischen Stadt bezeichnen, in deren Herzen das Kloster der Birgittinnen mit Grab der Hl. Birgitta von Schweden liegt. Hier fand am Sonntagmorgen (24.09.) schließlich der ZDF Fernsehgottesdienst statt, der in deutscher Sprache von Msgr. Georg Austen gemeinsam mit dem Generalvikar von Stockholm zelebriert wurde. Dieses berührende Medienereignis sollte auch der vorläufige Endpunkt der Reise sein, denn montags fuhren wir nach einem Besuch bei den Benediktinerinnen auf dem Omberg schon wieder zurück nach Deutschland, aber nicht ohne vorher noch kurz im südschwedischen Lund Halt zu machen. In der dortigen romanischen Domkirche fand übrigens am 31. Oktober des vergangenen Jahres der Gottesdienst mit Papst Franziskus zum 500 jährigen Reformationsgedenken statt.
Was haben wir also während unserer Tage in Schweden erlebt? Wir haben ein – auch landschaftlich - wundervolles Land kennen gelernt, in dem trotz einer sehr säkularen Bevölkerung eine wachsende, glaubende und hoffende katholische Minderheitenkirche (die nur etwa 1% der Bevölkerung bildet) lebt und wirkt. Wir haben eine Kirche erlebt, die mit wenigen Mitteln Unglaubliches auf die Beine stellt und sich gerade im pastoralen Bereich durch eine große Kreativität auszeichnet.
Und was können wir mitnehmen aus Schweden? Wahrscheinlich das, was uns in der deutschen Kirche am meisten fehlt: Hoffnung.
Am Ende können wir aufgrund unserer Reiseerfahrungen nur eines sagen: „Vi kommer åter!“ (Wir kommen zurück)“