Profanierung der alten Seminarkapelle

Ein Stück Bistumsgeschichte fand ihr Ende.

Die neu gebaute Seminarkapelle im Jahr 1931 - der Beginn einer 86-jährigen Geschichte

In einer letzten, feierlichen und bewegenden Eucharistiefeier nahm die Hauskommunität, gemeinsam mit Hausangestellten, Freunden und Nachbarn des Priesterseminares Abschied von ihrer liebgewonnenen Seminarkapelle.

"Ein denkwürdiger Tag", wie Regens Menke-Peitzmeyer in seiner Predigt betonte, ginge doch mit dieser Profanierung eine Geschichte von 86 Jahren zu Ende. Die Seminarkapelle, die seit 1931 - unterbrochen durch die Kriegszerstörungen - an diesem Ort des Priesterseminares ihren Platz gefunden hatte, war für viele, die in dem Priesterseminar lebten und arbeiteten, wie auch für die aktuelle Hausgemeinschaft ein Ort des Gebetes, der Besinnung und tiefer Gottesbegegnung. Zwar hatte der Kirchenraum  im Laufe seines Bestehens unterschiedliche Formen und Ausstattungen, doch blieb er immer das Herz des Priesterseminares, zu dem besonders die Priesteramtskandidaten und Ordensschwestern eine innige Beziehung aufgebaut haben, fanden hier doch einige Beauftragungen zum Lektorat und Akolythat, die Admissio oder auch die Kelchweihen am Vorabend der Priesterweihe statt. Ebenso führten die gemeinsamen Gebetszeiten und die Kommunitätsmessen immer wieder die Seminaristen zum Gebet an diesem Ort zusammen.

Der Kirchenraum im Jahr 1931:

 
 
 
 

Wiederaufbau in den 1950er Jahren nach dem 2. Weltkrieg:

 
 

Umbau nach dem Wiedereinzug 1985 und Neugestaltung in den Jahren 1998-2000/ Bestand bis zum 27. Juni 2017:

 
 

Mit der Profanierung sieht sich die Seminargemeinschaft mit alldenjenigen verbunden, die einen geliebten Gottesdienstort aufgeben müssen. Anders, als es in den meisten Gemeinden jedoch der Fall sein wird, kann die Hauskommunität bereits am 29. Juni 2017 ihren neuen Gottesdienstort in Besitz nehmen. Die Vorfreude auf die neue Seminarkirche ist groß, und alle hoffen, dass sie, genauso wie die alte Seminarkapelle, ein Ort werden wird, der so viel Gutes und Beständiges zu den Glaubens- und Berufungswegen beigetragen hat.

Nach der Predigt und der anschließenden Eucharistiefeier wurde es ernst:

Durch die Verlesung des Dekretes, welches durch Generalvikar Alfons Hardt am 15. Mai 2017 unterzeichnet wurde, wurde die Seminarkapelle St. Peter und Paul profaniert. In dem Dekret heißt es:

"Aufgrund von Umbaumaßnahmen wird die bisherige Kapelle des Erzbischöflichen Priesterseminares aufgegeben. Eine neue Kapelle soll anstelle des bisherigen Kapellenraumes errichtet werden. Die Kapelle St. Peter und Paul im Erzbischöflichen Priesterseminar zu Paderborn wird daher hiermit profanen Zwecken zugeführt. Für die Übertragung des Allerheiligsten ist Sorge zu tragen. Die sakralen Gegenstände sind aus der Kapelle zu entfernen und einer sachgerechten weiteren Verwendung zuzuführen. Durch dieses Dekret wird auch der Altar profanem Gebrauch zugeführt."

Profanierungsdekret der Seminarkirche St. Peter und Paul zu Paderborn - Verlesen am 27. Juni 2017
 
 

Im Anschluss an die Verlesung des Dekretes wurde nach einer kurzen Anbetung das Allerheiligste, sowie der Liborischrein durch Subregens Kammradt und die liturgische Assistenz in die Konviktskirche geleitet. Von der Konviktskirche aus wird am Donnerstag, den 29. Juni 2017, die Festgemeinde in Prozession zur neuen Seminarkirche des Priesterseminares ziehen. Erzbischof Hans-Josef Becker wird die Kirchweihe am Tag des Patroziniums der neuen Seminarkirche, welches ebenfalls St. Peter und Paul sein wird, vornehmen.


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