Gruppenbild Le Mans

"Mit dem Hl. Julian an der Quelle des Glaubens!"

- Die Diakone des Oberkurses besuchten das Juliansfest in Le Mans -

Keine Städtepartnerschaft kann auf eine längere Geschichte zurückblicken, als die zwischen dem französischen Le Mans und dem westfälischen Paderborn. Was für eine Freundschaft! So lebendig wie eh und je ist sie heute. Ein Ausdruck dieser lebendigen Freundschaft sind die regelmäßigen Besuche zu den großen Bistumsfesten. Das Fest des Hl. Julian, des ersten Bischofs von Le Mans, wird am 27. Januar gefeiert. Aus diesem Anlass machte sich in der letzten Woche eine Pilgergruppe der deutsch-französischen Liborius Fraternität aus Paderborn auf nach Le Mans. Mit dabei waren auch die fünf Diakone des Oberkurses, sowie Subregens Kammradt.

 
 
 
 

Wenn das Datum auch eher frostig klingt, die Reise war es ganz und gar nicht. Das Ziel der ersten Etappe war die Hauptstadt Frankreichs, Paris, in der zwei unserer Mitbrüder ihre Freisemester verbracht haben. Mit reichlich Zeit, die Stadt und die kulinarischen Möglichkeiten zu erkunden, war es ein schöner Abend.
Am Folgetag stand die Schloßbesichtigung in Fontainebleau auf dem Programm. Einem Ort, der sogar kurzfristig der unfreiwillige Wohnsitz des Papstes war, der vor der Krönung von Napoleon Bonaparte zum „Kaiser der Franzosen“ dort hin gebracht wurde. Der Papst durfte später gehen und Napoleon ebendort seine Abdankung unterschreiben und fliehen.
Am Nachmittag erreichten wir Le Mans und wurden Zeugen der Lebendigkeit des zwischen den Bischöfen Aldric und Baduard im Jahr 836 geschlossenen Liebesbundes ewiger Bruderschaft, denn wir wurden mit einem herzlichen Abendessen empfangen. Der Samstag war geprägt von einem Empfang im Rathaus, wo uns der Bürgermeister begrüßte. Dort waren wir nicht nur mit der Pilgergruppe der Fraternität, sondern konnten davon profitieren, dass fast 60 Jugendliche aus Paderborn separat gepilgert waren. Ein buntes Gewusel und Gewimmel im Rathaus.
Der Abend stand ganz im Zeichen der Wunder des Hl. Julian. Bei der sehr feierlichen Vigilmesse legte Bischof Le Saux die Taten seines Vorgängers aus - die Quelle, die er mit seinem Bischofsstab habe entspringen lassen, als Bild für die Taufe. Ebenso erwähnte er eine Totenerweckung als Sinnbild für das ewige Leben, das er der Stadt gebracht habe und die Rettung eines Kindes aus dem Würgegriff einer Schlange als Befreiung vom Bösen. Im Anschluß an die Messe, die in der mit Pfadfindern vollbesetzten Kirche Saint Benoît gefeiert wurde, zogen wir in Prozession mit Fackeln und Kerzen hoch in die Kathedrale.

Kathedrale Le Mans

Vor dem Hochamt am Sonntag berichtete Generalvikar Druin aus der Geschichte des Bistums und von der Situation der Kirche von Le Mans. Immer wieder kam er dabei auf ein „Umdenken im Handeln“ hin zu einer missionarischen Pastoral zu sprechen, das heißt: die Verkündigung Jesu Christi und die persönliche Bekehrung, die Sorge um christliche Familien und Hinführung zu allen Sakramenten. Ein beeindruckendes Zeugnis von den Früchten dieser Arbeit konnten wir in der darauf folgenden Messe erleben: Eine Reihe von Jugendlichen versprach feierlich, ein Jahr lang ihren Glauben aktiver zu leben, für das Bistum Le Mans zu beten, die Beichte wieder regelmäßig zu besuchen und ein Werk der Nächstenliebe zu tun.
So bot der Tag ein unvergessliches Zeugnis der Entschiedenheit für den Glauben und die Kirche, seitens dieser Jugendlichen. Dieses Zeugnis wurde ergänzt durch Einladungen zum Abendessen in Gastfamilien, die uns verdeutlichten, was gelebte Gastfreundschaft eigentlich auf Französisch heißt.

Es waren schöne und bewegende Tage für uns alle, und so konnten wir uns dem Hl. Julian und auch seinem Nachfolger und unserem Bistumspatron, dem Hl. Liborius etwas näher fühlen. Bischof Le Saux drückte es so aus: „Was kann alles an Gutem erwachsen aus uns? Es ist letzlich nur die Freundschaft zwischen zwei Bischöfen, Baduard und Aldric, diese eine Freundschaft, die eine große Freundschaft geworden ist, die 12 Jahrhunderte hält. Alle Katastrophen und Kriege konnten sie nicht zerstören. Eine einzige Freundschaft kann das bewirken! Was können also auch wir heute bewirken, wenn wir uns darauf einlassen, Gott zu fragen: Was willst du von mir?“


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