Priesteramtskandidaten unterwegs!

Zu Gast bei Alt-Subregens Andreas Kreutzmann

Besuch bei den "Nordmännern"

Dom zu Minden
 
 

Am 18. Juni 2017 brach unsere Hauskommunität auf in Richtung Norden. Ziel war die ehemalige Bistumsstadt Minden mit ihrem Dom, die Heimat der Seligen Pauline von Mallinckrodt und unseres Mitbruders Tobias Goltsch (Propädeutikum), aber auch ein Besuch bei unserem ehemaligen Subregens Andreas Kreutzmann, der seit August 2016 im Pastoralverbund "Mindener Land" tätig ist und darüber hinaus auch an dem innovativen Projekt „Kompetenzzentrum 'Trauerpastoral' in der Domgemeinde Minden“ arbeitet. Mit diesem Projekt, über das Pastor Andreas Kreutzmann die Studenten informierte, konnte unsere Gruppe ein fundiertes Konzept erkennen, das es ermöglicht, in dazu geeigneten (Kirchen-) Räumen einer alternative pastoralen Nutzung nachzugehen, wo eine Unterhaltung als alleiniger "Messfeier-Ort" nicht mehr zu gewährleisten ist. Das Kolumbarium, das in Teilen der St. Mauritius-Kirche, so die Überlegungen, eingerichtet werden soll, kann im Herzen der Stadt Minden zum Zentrum der Trauerpastoral des Mindener Landes werden, in dem die Angehörigen die Ruhestätten ihrer Verstorbenen besuchen und miteinander ins Gespräch kommen können. Dies ermöglicht Pastor Kreutzmann auch in den regelmäßigen Sprechzeiten, die er auf dem Friedhof anbietet.

Außer dem genannten Projekt war vor allem die "AnsprechBar" von Interesse. Ein echter Hingucker, ganz ohne Frage, ist das dreirädrige italienische Gefährt namens "Piaggio Ape", das manchem aus dem Italienurlaub oder aber durch Ottfried Fischer in der TV-Serie "Pfarrer Braun" bekannt ist, der auf diesem bereits durch die Rüdesheimer Weinberge fuhr. Es hat vier Vorwärts- und weitere vier Rückwärtsgänge, welche es ermöglichen, in beide Richtungen bis zu 60 km/h zu erreichen. Das Fahrzeug wurde vor wenigen Tagen beim Pfarrfest gesegnet und wird künftig bei verschiedensten, nicht nur kirchlichen Anlässen, in der Stadt zu sehen sein. Mit dieser "mobilen Kirche" lädt der Pastoralverbund, der eine Ausdehnung von bis zu 40 km hat und von einem 7- köpfigen Pastoralteam betreut wird, ein, ganz unkompliziert Kontakt aufzubauen und bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch zu kommen.

Natürlich wurden auch der Dom, welcher eine Innenhöhe von 22 Metern  besitzt und die Grundfläche eines Fußballfeldes hat, und die Domschatzkammer, die vor kurzem neu eröffnet wurde, besucht. Besonders in der Diasporasituation  versteht sich die Domschatzkammer nicht nur als Übermittlerin historischer Gegebenheiten, sondern möchte auch in einem Gebiet, in dem der prozentuale Anteil der Katholiken bei unter 10 % liegt, Kirche "erklären". Über den Dom in Minden, dessen Konpatron neben dem Apostel Petrus der Heilige Gorgonius ist  (der meist als Ritter dargestellt wird), gibt es außerdem eine Einschätzung, die auf die Dichterin Gertrud von Le fort zurückgeht:

"Der Paderborner Dom ist der Prächtigste von allen, der Münsteraner Dom der Mächtigste und der Mindener der Andächtigste." 

Neben diesen vielen facettenreichen Eindrücken der Stadt und der Kirche vor Ort berichtete Andreas Kreutzmann, wie es ihm im vergangenen Jahr - vom Priesterseminar  "zurück in der Pastoral" - ergangen ist. Besonders die vielfach angefragten Hausbesuche, Wohnungssegnungen und Krankensalbungen haben Andreas Kreutzmann dabei überrascht. Ebenso auffällig ist der hohe Beichtbesuch im dom, der es erfordert, dass in den Beichtzeiten am Samstag bis zu drei Beichtstühle besetzt sind. "Wenn jemand in der Diaspora katholischer Christ ist, dann ist es ein intensives Christ-Sein, das anders ist, als in den vermeintlich katholischen Gegenden."