Festlich gedeckte Tafel im Paderborner Dom

Domjubiläum

- Die Priesteramtskandidaten unterstützen beim "Gastmahl im Dom" -

 
 

Am 14. Oktober 2017 lud das Domkapitel anlässlich des 950-jährigen Domjubiläums, welches im kommenden Jahr gefeiert wird,  zu einem Gastmahl für Bedürftige in den sonnendurchfluteten Paderborner Dom ein. Domkapitular Dr. Thomas Witt begrüßte die Anwesenden und erklärte, warum gerade in den Dom eingeladen wurde. Dieser sei für alle Menschen, ganz gleich welcher Herkunft, ein Ort der Gottesbegegnung - egal ob im Domgebäude selbst oder in den Menschen, denen man hier alltäglich begegnet. Sr. Elrike Tyws, die die Obdachlosenseelsorge in Paderborn koordiniert, las zur Einstimmung die Geschichte vom Brot des Glücks vor:

„Das Brot des Glücks“

(Stefanie Spendel)
„Es lebte einmal ein alter und weiser König. Er hatte all die Jahre hindurch sein Volk mit Liebe und Weisheit regiert. Nun fühlte er, dass seine Zeit gekommen war, und er dachte voller Sorge an das, was nach seinem Tod mit seinem Volk und seinem Land geschehen sollte. Da rief er seinen Sohn zu sich, den einzigen, und sprach zu ihm: „Mein Sohn, meine Tage sind gezählt! Geh deshalb in die Welt hinaus und suche das Brot des Glücks, denn nur dann, wenn Du Deinen Untertanen das Brot des Glücks geben kannst, werden sie satt werden und Du wirst ihnen ein guter König sein.“

So ging der Prinz in die Welt hinaus und suchte das Brot des Glücks. Aber in welche Backstube er auch schaute, in welchem Laden er auch nachfragte, niemand kannte das Brot des Glücks.

Der Prinz war verzweifelt.
Niemand wusste vom Brot des Glücks, niemand hatte auf seine Frage eine Antwort. Als er in seiner Angst und Sorge dasaß, kam ein Kind des Weges und schaute ihn an: „Du hast sicher Hunger“, sprach es und reichte ihm ein Stück Brot. „Da nimm, ich habe nicht mehr, aber mit Dir will ich gerne teilen.“ Der Prinz nahm das Brot und sogleich verschwand seine Not, als sei sie niemals dagewesen.

„Das Brot des Glücks!“, rief er. „Du hast das Brot des Glücks. Schnell,
gib mir mehr davon! Wo hast Du es her?“ „Das ist das Brot, dass meine Mutter heute Morgen gebacken hat. Sie gab es mir, damit ich keinen Hunger zu leiden brauche. Du hattest Hunger und so teilte ich mit Dir.“
„Das ist alles?“, fragte der Prinz. „Ist das kein besonderes Brot?“
„Nein, es ist wie jedes andere Brot, aber weil es zwischen Dir und mir geteilt wurde, ist es für Dich zum Brot des Glücks geworden.“
Da erkannte der Prinz, wo das Brot des Glücks für alle Zeit zu finden war.

Er kehrte zu seinem Vater zurück und erzählte ihm, wie er das Brot des Glücks gefunden hatte und wie es ihm geholfen hatte, mit seiner Verzweiflung fertig zu werden. Von da an wusste der Vater, dass der Prinz genau wie er selbst das Reich mit Liebe und Weisheit regieren würde alle Tage seines Lebens.“

Das Brot des Glücks ist kein besonderes Brot! Man wird von ihm satt, indem es geteilt wird, ähnlich wie es im Evangelium (Lk 14, 16-24) vom großen Gastmahl heißt, zu dem alle Leute der Straße eingeladen wurden, ganz egal, welches Ansehen sie hatten. Gott ist es, der zu dieser Mahlgemeinschaft einlädt, einer bunt zusammen gewürfelten Gemeinschaft, so wie sie am Samstag im Paderborner Dom versammelt war, führte Dompastor Nils Petrat aus. Bei meditativer Orgelmusik war es der Gemeinschaft möglich, die Worte nachklingen zu lassen.

 
 

Bevor es zum eigentlichen Gastmahl ging, bei dem unsere Priesteramtskandidaten, die Freiwilligen der sozialen Dienste und die MitarbeiterInnen des Liborianums kräftig unterstützten, bestand die Möglichkeit, seine Bitten vor Gott zu tragen und eine Fürbitte zu formulieren. Besonders die soziale Gerechtigkeit und die Gesundheit lagen den Menschen auf dem Herzen, aber auch ganz praktische Dinge, wie eine Wärmestube für die Zeiten, in denen die öffentlichen Einrichtungen geschlossen sind. Auch die Bedürftigen, die den Weg in den Dom nicht gefunden hatten, weil vielleicht die Hemmschwelle zu groß gewesen war, wurden dabei nicht vergessen. Auch ihnen sollte ein wärmendes Licht leuchten, so eine der Anwesenden. Auch für sie wurden die Fürbitten gebetet.