Die Scout-Gruppe

Als Scouts unterwegs nach Geseke

"Wanderer kommst Du nach Sparta, verkündige dort, du habest Uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl!"

Eine Gruppe Wanderer irgendwo auf einem Feldweg im Niemandsland zwischen Salzkotten und Geseke. Die Sonne steht tief am Himmel, beginnt langsam zu sinken, um ihre letzten wärmenden Sonnenstrahlen auf den bereits wieder frierenden Ackerboden zu werfen. Wie geht es weiter an der nächsten Weggabelung - rechts oder links? Egal, so das gemeinsame Votum der Gruppe, Hauptsache weiter, bevor es zu kalt wird.

Wie konnte es soweit kommen?

Wie in jedem Sommersemester, so soll auch in diesem Jahr wieder eine Hauswallfahrt stattfinden. Eine "richtige" sollte es sein, nicht so eine, wo man nach einer Stunde schon wieder auf dem Rückweg ist. "Es müssen ja auch nicht immer die großen Wallfahrtsorte des Bistums sein!" So wurde die Stadt Geseke, die noch im Hochstift Paderborn liegt, als Ziel ausgewählt. "Maria Schuss", so lautet der Name der Wallfahrt, die seit 384 zum Gnadenbild in der Stiftskirche St. Cyriakus stattfindet. Doch natürlich kann man mit einer großen Pilgergruppe nicht einfach so ins Blaue hinein starten, und 25 km durch die schöne Landschaft zwischen Paderborn und Geseke wollen ja auch erstmal gelaufen werden. So machte sich eine Gruppe unserer Studenten als Scouts auf, um einen schönen Wallfahrtsweg auszukundschaften. Bloß nicht auf den falschen Weg abbiegen, hat man doch den Psalm im Ohr:

"Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf."
Ps 119,176
 
 

Sich an den Dörfern der Gegend orientierend, gelangte die Gruppe schnell nach Salzkotten. Etwa zwei Drittel des Weges waren geschafft. Doch eine Pause gab es nicht, denn der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, war man doch planmäßig erst nach dem Mittagessen gestartet. Nichtsdestotrotz folgte prompt die nächste weise Erkenntnis des Tages:

"Er [der HERR] hat keine Freude am schnellen Lauf des Pferdes, kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes."
Ps 147,10

Doch nun waren die Kirchtürme Gesekes am Horizont zu sehen, der dicke und mächtige Turm der Stadtkirche und der grazile der Stiftskirche St. Cyriakus, in der das Gnadenbild aufbewahrt wird. Nun gab es kein Halten mehr. Das Ziel vor Augen verschärfte die Gruppe nochmals das Tempo, und keiner wollte so kurz vor dem Ziel das Vorhaben abbrechen. Frei entgegen dem Gedichte "Der Spaziergang" (1795) von Friedrich Schiller: "Wanderer kommst Du nach Sparta, verkündige dort, du habest Uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl!"

Endlich war die Stadt erreicht, die Sonne war bereits verschwunden, und der Wind pfiff über die weite Ebene der Soester Börde. Doch dies war unserer Gruppe egal; jetzt galt es, sich erstmal in einem Lokal aufzuwärmen, bevor es mit dem Zug zurück nach Paderborn ging.

Das Fazit dieser Unternehmung: Die Hauswallfahrt kann kommen! Der Weg ist geplant, und als Wallfahrtsgruppe kann man sich sicherlich mehr Zeit nehmen als viereinhalb Stunden.

Am Ziel angekommen!

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