Priester aus der Praxis

Stefan Kendzorra berichtet von seiner pastoralen Tätigkeit im Pastoralverbund Iserlohn

Vortrag Kendzorra
 
 

Vieles ist im Umbruch. Manches Vertraute und Liebgewonnene vergeht, so kann man es vielerorts erleben. Die Anforderungen in immer größer werdenden Gemeinden bei weniger werdenden Gläubigen sind mit denen der vergangenen Jahrzehnte nicht zu vergleichen. Wie sieht der Alltag eines Priesters heute aus? Was hat sich verändert? Wie sieht oder kann christliche Verkündigung heute aussehen? Was erwartet uns? Und wie gelingt eine priesterliche Lebensform im 21. Jahrhundert?
Diese und andere Fragen über die Zukunft, die uns Studenten im Priesterseminar bewegen, haben den Ausschlag gegeben, Geistliche unseres Erzbistums einzuladen, um Zeugnis von ihrem Dienst als Priester in den Gemeinden zu geben.
Den Anfang machte im vergangenen Jahr Domkapitular Benedikt Fischer, Pfarrer von St. Liborius Paderborn und zugleich Dechant des Dekanats Paderborn, der über seine Aufgabe als Leiter eines neu entstehenden Pastoralen Raums in Paderborn sowie seinen bisherigen Weg als Seelsorger in verschiedenen Bereichen und Situationen berichtete.
Zu Beginn des neuen Jahres besuchte uns nun Stefan Kendzorra, der 2014 zum Priester geweiht wurde und heute als Vikar in Iserlohn lebt (www.pviserlohn.de). Neben den alttäglichen Diensten als Priester liegt sein Schwerpunkt in der Jugendarbeit, die für ihn fundamental ist: „Denn ohne Jugend keine Zukunft der Kirche in unserem Land!“
Vikar Kendzorra ist es ein Anliegen, Kontakt zu den jungen Menschen aufzubauen und zu halten und sie zusammenzubringen, besonders auch die Mehrzahl der Jugendlichen, die mit Kirche und Glaube nur wenig zu tun haben. Für den Priester des 21. Jahrhunderts ist es daher unerlässlich, sich in die Lebenswelt der jungen Leute zu begeben. Und diese ist besonders in den sozialen Medien zu finden, wie auch Statistiken belegen. „Wer nicht bei WhatsApp, Facebook, Snapchat und Co. ist, existiert im Leben der Jugendlichen heute nicht mehr!“ Ohne das ständige Halten von Kontakten und permanente Erreichbarkeit ist Jugendarbeit seiner Meinung nach heute nur schwer vorstellbar. Auch wenn es viel Disziplin braucht, sich im Internet und den neuen Medien nicht zu verlieren, kommt man nur schwer drum herum. Vikar Stefan Kendzzora geht es darum, Ansprechpartner und Brückenbauer für Erfahrungen mit Gott zu sein. Erst die konkrete Erfahrung im Glauben trägt auf Dauer und weckt Interesse für mehr. Hierzu bietet er u.a. immer wieder gemeinsame (Jugend-) Fahrten an: nach Berlin, Assisi, Brasilien… Vieles ist dadurch möglich geworden und neu gewachsen. Eines ist ihm dabei sehr wichtig: Nahbar sein!