"Glück auf, Glück auf ..."

In jedem Semester findet eine Kommunitätsfahrt statt; die Vorbereitung übernehmen die Hausleitung und die Studenten im Wechsel. Am 20. November 2016 nun machte sich die Hauskommunität mit einem Reisebus auf nach Essen, in den ehemaligen "Kohlenpott".                                                                                                                  Um 7:45 Uhr fuhr der Bus in der Leostraße ab. In Essen angekommen, nahm die Gruppe an der Pontifikalmesse im Essener Dom teil, in der Bischof Overbeck mit seiner Diözese gemeinsam auf das vergangene Jahr der Barmherzigkeit zurückblickte, welches am 8. Dezember 2015 begonnen hatte.

Im Anschluss an die Messfeier besuchte die Kommunität die Schatzkammer des Domes, die, nach alter Tradition, eben mehr ist als ein Museum, sondern bei verschiedensten Anlässen erlaubt, einzelne Exponate ihrem eigentlichen liturgischen Sinn zurück zuführen.

Mit der "Goldenen Madonna" wurde auch ein besonderes Stück des Domschatzes in Augenschein genommen. Die Madonna, die von der Äbtissin Mathilde gestiftet wurde, stellt eine kunsthistorische Besonderheit dar, ist sie doch die älteste Plastik, die rundherum ausgearbeitet wurde. Ein hölzernes Bildnis entstand, dessen goldene Hülle von innen nach außen getrieben wurde, wodurch eine eindrucksvolle sakrale Kunst geschaffen wurde.

Beim anschließenden Mittagsimbiss im Bischofshaus berichtete Bischof Overbeck gemeinsam mit Regens Dr. Kai Reinhold von der besonderen Struktur des "Ruhrbistums" Essen. Eine Herausforderung für die Priester des Bistums, die bereits die Priesteramtskandidaten des Bistums bei ihren Praktika erfahren, stellt die scheinbare Verschmelzung der einzelnen Städte dar. Die urbanen Gebiete fließen ineinander über, wodurch eine klare Heimatumschreibung oft schwerfallen kann.

Bei einer lockeren Gesprächsatmosphäre ging Bischof Overbeck auch kurz auf seine Tätigkeit als Militärbischof Deutschlands ein und stellte heraus, dass es eines lebendigen geistlichen Lebens bedürfe, um seinen Weg als Priester mit Christus gehen zu können - sei es in der bischöflichen Hauskapelle oder auf dem Feldbett in Afghanistan.

Den zweiten Teil der Kommunitätsfahrt bildete ein Besuch des Ruhrmuseums auf dem Gebiet der Zeche "Zollverein". In einer kurzweiligen und anschaulichen Führung erfuhr die Gruppe anhand einzelner Exponate vor allem die Geschichten, die hinter den einzelnen Stücken stehen.

Eine Staublunge, die von schwarzem Staub durchdrungen ist, steht hierbei für das anstrengende und gesundheitsschädliche Arbeiten der Kumpel im Stollen.

Eine große Baumscheibe, die mehr als hundert Jahre alt ist, gibt Aufschluss über die Geschichte des Ruhrgebiets. Sind die Jahresringe groß, konnte der Baum viele Nährstoffe beziehen, und es ging im Umkehrschluss der Wirtschaft im Ruhrgebiet eher schlecht.

Und dann gab es da noch ein Einmachglas, welches mit Wasser gefüllt ist - wer macht denn so etwas? Die Antwort überrascht: Eine Frau kochte das Wasser ein, um es für ihre Kinder mit zunehmen, als die Bomber über das Ruhrgebiet donnerten. Sie ließ die Gläser ungeöffnet, um ihre Erfahrungen zu unterstreichen, wenn sie ihre Lebensgeschichte erzählt.

Den Abschluss bildete ein gemütliches Abendessen im "Fünf Mädelhaus" unweit des Zechegeländes. Neben dem "schwarzen Gold" gab es auch andere kulinarische Raffinessen des Ruhrgebietes, die über die Currywurst hinaus reichten.