Gästeabend im Priesterseminar

Gästeabend im Priesterseminar

Hausgemeinschaft empfängt KHG

Am Abend des 8. November empfing die Hausgemeinschaft des Priesterseminares die KHG - Katholische Hochschulgemeinde (www.khg-paderborn.de) zum Gästeabend. Bevor die etwa 60 jungen Erwachsenen beim gemeinsamen Abendessen ins Gespräch kamen, begann der Abend mit der Eucharistiefeier. Spiritual Christian Städter begrüßte die Gäste im Foyer, in dem der besonders gestaltete Gottesdienst beginnen sollte. In mehreren Stationen, an denen jeweils Impulse folgten, begann Spiritual Städter den Gästen und der Hausgemeinschaft den Kirchenraum spirituell zu erschließen.

Die erste Station war die steinerne Bank im Foyer – was sollte sie für eine Bedeutung für unseren Glauben haben? Sie steht im Foyer, direkt gegenüber der Kirchentüren. Die Bank steht dafür, dass, wenn wir aus dem Alltag, vom Studium, aus den Seminarräumen, aus den Büros oder dem Speisesaal zur Eucharistiefeier zusammen kommen, zunächst einmal zur Ruhe kommen müssen. Diese Ruhe ist wichtig, damit es in der Eucharistiefeier zu einer Gottesbegegnung kommen kann, die vielleicht ansonsten im Alltagstrubel an uns vorüber zieht, ohne dass wir sie bemerken. Die steinerne Bank lädt dazu ein, einen Moment inne zu halten und zu überlegen, welche Dinge, die mein Herz bewegen, ich mit in diese Gottesbegegnung nehmen möchte.

Aus der steinernen Bank heraus formt sich ein Weg, der im Foyerboden abgesetzt zur Kapelle führt. Der Architekt der Seminarkirche hat dabei an eine sich ausrollende Thorarolle gedacht. Wir gehen also gleichsam auf dem von Gott und seinem Wort bereiteten Weg hin zu ihm.

Der Weg führt auf das Weihwasserbecken zu, das vor den Kirchentüren in einen großen Steinquader eingelassen ist. Diese zweite Station führt uns unsere Taufe ins Gedächtnis. In der Taufe sind wir mit Gott verbunden. Die Taufe ist somit eine Verbindung zwischen den irdischen Menschen und dem himmlischen einen Gott. Nicht zufällig ist daher über dem Taufbecken die Decke des Foyers durchbrochen, damit Tageslicht auf das Taufbecken fallen kann.

 
 

Dem Weg weiter in die Seminarkirche hinein folgend, zieht die helle hölzerne Deckenkonstruktion der Kapelle den Blick nach oben. In dieser Holzkonstruktion kommt der Schutz Gottes in dem bergenden Dach zum Ausdruck. Auf diesen Schutz kann man im Alltag stets vertrauen und hat so ein festes Fundament unter den Füßen.

Der Beichtraum der Seminarkirche
 
 

Hinter dem Altar ragt „die Beichte“ imposant in den Raum hinein. Der Beichtraum erhebt sich aus dem steinernen „Thora-Boden“, der Klagemauer aus Jerusalem ähnlich, und wird so nicht bloß zum Sinnbild der Gotteserfahrung in den Sakramenten der Beichte und der Eucharistie. Diese sind in dem neuen Kirchenraum dadurch verbunden, dass der Tabernakel in die Wand des Beichtraumes eingelassen ist.

 
 

Auf der Rückseite des Beichtraumes findet sich mit der Pietà aus dem 15. Jahrhundert eine sehr intime Räumlichkeit für das persönliche Gebet. Die Hausgemeinschaft betet hier regelmäßig zum Ende der Komplet die marianischen Antiphonen.
Auch am Gästeabend beendete die Gottesdienstgemeinschaft ihr Gebet vor der Pietà und brachte ihre Anliegen über Maria als Fürsprecherin vor den Herrn.