Die Freisemestler kehren zurück!

Würzburg
 
 

Die beiden Studenten Thorsten Hasse und Michael Stiehler, die im vergangenen Jahr ihr Studium außerhalb Paderborns vertieft haben, fügen sich ab Oktober wieder in die Hauskommunität des Priesterseminars ein.
Sie werden gemeinsam in das 7. Fachsemester und somit in den letzten Studienabschnitt starten.
Thorsten Hasse verbrachte ein Jahr in Franken, genauer gesagt in Würzburg, während es Michael Stiehler bis in die bayrische Landeshauptstadt München verschlug.

"Das Jahr in Würzburg war vielseitig, intensiv und herzlich."
Thorsten Hasse

"Im Freisemester habe ich viele Studenten und Weggefährten kennengelernt", berichtet Thorsten Hasse. "Es war schön, die Region und die fränkische Lebensweise mitzuerleben. Das Studium und das Leben konnte ich selbst organisieren und gestalten. Jede Woche habe ich an einem Taizégebet teilgenommen und konnte so durch Schweigen und Gebet im Studienalltag durchatmen. Auch der Einblick in die fränkische Genusskultur war mir nicht fremd.

Während der Semesterferien habe ich mir noch einen lang ersehnten Wunsch erfüllt, indem ich im März auf dem Jakobsweg pilgern war. Ostern habe ich dann in Würzburg verbracht. Bei den Franziskanern konnte ich die Festtage mitleben und dadurch auch spirituell einen Akzent setzen.

Zum Ende bin ich froh und dankbar über die Erfahrungen, die ich machen durfte. Es wird spannend, jetzt in der "neuen" Rolle ins Haus zurückzukehren." 

„Das Freisemester war eine schöne Zeit – voller Begegnungen, starken Erfahrungen so wie Einblicken in die bayrische Kultur und Herzklopfen in ungewohnten Situationen.“
Michael Stiehler

"Meine Zeit in München verlief wie im Fluge", erzählt Michael Stiehler. "Kaum hatte ich mich eingelebt, schon war sie wieder vorbei. Seit Jahren besteht die Möglichkeit, seine Freisemester an der Ludwig Maximilians Universität München (LMU) zu absolvieren. Besonders in Zeiten des modularisierten Studiensystems bietet sich der Studienort München für die Externitas an.
Mein Zimmer bezog ich in einer Männer-WG. Neben anderen Priesteramtskandidaten aus Trier, Köln-Bonn, Aachen und München wurde unsere Gruppe durch einen Lehramtsstudenten und einen Praktikanten im Wirtschaftssektor bereichert.
Trotz unserer verschiedenen Mentalitäten – wenn ein Westfale auf einen Rheinländer trifft, prallen für gewöhnlich oft zwei Welten aufeinander – war unser Zusammenleben sehr harmonisch.
Während die Wochentage mit dem Studium und dem Haushalt gut ausgefüllt waren, bot sich am Wochenende oftmals die Gelegenheit, gemeinsam zu kochen oder Ausflüge zu machen.
Neben München und seinem Umland mit seinen vielfältigen Sehenswürdigkeiten und Museen machten wir uns auf den Weg und erkundeten den Starnberger See, an dessen Ufern das malerische Schloss Possenhofen gelegen ist.
Ein Kurzbesuch im Kloster Andechs durfte natürlich ebenso wenig fehlen wie ein Ausflug nach Altötting oder eine Tagesfahrt nach Salzburg und in das Berchtesgadener Land.
Besonders diese Eindrücke des Umlandes boten einen guten Ausgleich zum großstädtischen Ambiente der Münchener Innenstadt, in der meine WG beheimatet war."

"Neben dem Studium und den gemeinsamen Erlebnissen mit meinen Mitbewohnern war aber besonders ein Teil meines Freisemesters prägend für mich: das Praktikum bei der Polizei (-Seelsorge)" erzählt Michael Stiehler weiter. "In unserer Ausbildung sind verschiedene Praktika vorgesehen, die sich vom sozial-karitativen Bereich über die Schul- und Jugendpastoral bis hin zur Gemeindeseelsorge erstrecken. Nicht vorgesehen ist derzeit ein Praktikum im Bereich der Kategorialseelsorge, unter die beispielsweise die Polizeiseelsorge fällt.
Während der Semesterferien war es mir möglich, mehrere Wochen unter dem Mentorat des Polizeidekans Msgr. Andreas Simbeck Einblicke in die Polizeiseelsorge und den Alltag der Polizeibeamten zu erhalten.
Besonders der Kontakt mit den Beamten in ihrem alltäglichen Dienst, aber auch in ihrer Ausbildung war mir besonders wichtig, um die Seelsorge an diesen Eindrücken verankern zu können. So war es mir möglich, an mehreren Ausbildungseinheiten in den verschiedenen Polizeischulen Bayerns teilzunehmen, aber auch spannungsvolle Situationen beim Streifendienst, bei Einsätzen der Polizeihundertschaft oder dem Kriminaldauerdienst (KDD) mit den Beamten zu erfahren.
Besonders prägende Ereignisse waren die 52. Münchener Sicherheitskonferenz und das tragische Zugunglück von Bad Aibling, die ebenfalls in den Zeitraum meines Praktikums fielen.
Ich habe hohen Respekt vor den Beamtinnen und Beamten bekommen, deren Dienst oft sehr fordernd und alles andere als leicht ist.

Nach dem Jahr in München freue ich mich auf die Rückkehr ins Priesterseminar, die Hausgemeinschaft und den weiteren Weg der Ausbildung."