Diakonweihe in Attendorn

"Liebst Du mich mehr als diese?" (Joh 21,15)

Gruppenfoto Diakonweihe 2017 in Attendorn

Daniel Wäschenbach (St. Elisabeth, Bielefeld), Johannes Sanders (St. Johannes Baptist, Neheim & Voßwinkel) und Christian Schmidtke (Liebfrauen, Arnsberg) wurden am Samstag, 6. Mai 2017, zu Diakonen geweiht.

In seiner Predigt ging der emeritierte Weihbischof von Paderborn, Manfred Grothe, besonders auf die Perikope ein, in der der auferstandene Christus Petrus fragt: "Liebst du mich mehr als diese?" (Joh 21,15) Es komme auf die Liebe im Hier-und-Jetzt an, denn Gewissheiten könnten sich schnell ändern, seien doch auch die Jünger voller Eifer Jesus nachgefolgt, um die frohe Botschaft zu verkünden und dann ... - die Kreuzigung: Lebensträume seien zerplatzten wie eine Seifenblase. Enttäuschung hätten sich breit gemacht, und die Jüngergruppe habe sich zerstreut . Doch Jesus - so Weihbischof Grothe weiter - versammelte sie als Auferstandener erneut um sich, und die Botschaft vom Reich Gottes, das bereits angebrochen war, sollte fortan in der ganzen Welt verkündet werden. Die Jünger seien dem Verkündigungsdienst im Namen Christi nachgekommen. Und heute sollten mit der Diakonenweihe der Gruppe der Verkündiger des Wortes Gottes drei weitere Männer hinzugefügt werden.

Nachdem die Weihekandidaten der versammelten Festgemeinde in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist zu Attendorn vorgestellt und als Diakone erwählt wurden, bekräftigten diese gegenüber Weihbischof Manfred Grothe ihr "Ich bin bereit!" Besonders bei der letzten Frage des Bischofs: "Seid Ihr bereit, nach dem Bild und dem Beispiel Jesu Christi, dessen Leib und Blut Euch zur Ausspendung anvertraut wird, Euer eigenes Leben zu gestalten?", und der Antwort der Kandidaten: "Mit Gottes Hilfe bin ich bereit", wurde deutlich, dass all unser menschliches Bemühen ohne Gott nicht zu einem Abschluss kommen kann.

An das darauf folgende Treueversprechen zu Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber dem Erzbischof von Paderborn und dessen Nachfolgern schloss sich die Allerheiligenlitanei an, während der die Kandidaten als Zeichen ihrer besonderen Hingabe auf dem Boden ausgestreckt lagen. 

Kaum war die Allerheiligenlitanei, gesungen von der Choralschola des Erzbischöflichen Priesterseminares unter der Leitung von Tim Störmer, verklungen, folgte die eigentliche Weihehandlung: Durch Handauflegung und Weihegebet wurden die drei jungen Männer zum diakonalen Dienst in der Kirche bestellt.

Nun traten Priester heran, die für unsere drei Mitbrüder prägende Wegbegleiter waren, und assistierten bei der Einkleidung der Diakone in ihre liturgischen Gewänder, die von jetzt an (bis zur Priesterweihe 2018) die Stola, quer getragen, und die Dalmatik sind.

 
 

Eine der künftigen Aufgaben unserer neuen Diakone wird es sein, das Evangelium in den Gottesdiensten zu verkünden und auszulegen. In einem ausdeutenden Ritus übergab Weihbischof Grothe jedem der Diakone das Evangeliar mit den Worten: "Empfange das Evangelium Christi. Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle mit Leben."

Als Zeichen der Verbundenheit im mitbrüderlichen diakonalen Amt erfolgte nun die Umarmung der neu geweihten Diakone durch den Weihbischof, die Hausleitung des Erzbischöflichen Priesterseminares, die Mitbrüder des Oberkurses, die zur Zeit noch als Diakone ihrer Priesterweihe am Vigiltag von Pfingsten entgegenschauen, sowie aller anwesenden Diakone.

 
 

Nun nahmen die Diakone ihren Platz im Altarraum der Kirche ein, und die Eucharistiefeier begann, an deren Ende Regens Menke-Peitzmeyer allen, die an dem gelungenen Festtag in Attendorn mitgewirkt hatten, von Herzen dankte.

Nach der Weiheliturgie konnte sich die Festgemeinde im St. Ursula-Gymnasium bei einem Imbiss stärken, Glückwunsche aussprechen und miteinander ins Gespräch kommen, bis um 15.00 Uhr die Dankvesper in der Pfarrkirche  begann: Mit österlichem Jubel und besinnlichem Psalmengesang ließen die Feiernden die Stunden in Attendorn ausklingen.

 
 

Auch nach der Vesper bestand noch die Möglichkeit, alte Freunde und Weggefährten zu treffen und Worte der Freude und des Dankes auszutauschen. Doch nach der Diakonweihe ist bekanntlich vor der Priesterweihe. Dies trifft in mehrerlei Hinsicht zu:

Am 3. Juni, wird der Oberkurs, d. h. die fünf Diakone unseres Erzbistums, zu Priestern geweiht, und in einem Jahr werden unsere drei neuen Diakone mit ihrer Priesterweihe ebenfalls den nächsten Schritt in der Nachfolge Christi gehen.