„Ein Mann des Gebetes sein!“

Lektorats- und Akolythatsbeauftragungen durch Erzbischof Becker

 
 

Die diesjährige Beauftragung unserer vier Mitbrüder zum Lektorat und Akolythat fand im Rahmen des Recollectio-Wochenendes statt. Erzbischof Hans-Josef Becker, der die Beauftragung am Sonntag, den 22. Januar eigens durchführte, ging Tags zuvor in seinem Vortrag „Ein Mann des Gebetes – mehr als nur ein Aspekt neben anderen“ auf die herausragende Bedeutung des Gebetes, besonders für den (angehenden) Priester ein.

Zum Lektor beauftragt wurden:
Philipp Neumann, St. Antonius - Gronau (1. Semester)
Patrick Vitt, St. Martin - Netphen (1. Semester)

Zum Akolythen beauftragt wurden:
Thorsten Hasse, Stiftspfarrei St. Cyriakus  - Geseke (7. Semester)
Michael Stiehler, St. Vitus - Hilchenbach (7. Semester)

 
 

Erzbischof Becker blickte in seinem sehr persönlichen Vortrag auf seine eigenen drei Weihen zurück, und für jede stellte er die Bedeutung des Gebetes in Form des Weiheversprechens dar. Für die Diakon- und Priesterweihe betonte er das Stundengebet, welches sich dankend und lobend an den zu preisenden Gott wendet, der immer Gutes wollend für seine Schöpfung da sei. Bei der Bischofsweihe sei zu dem noch das unablässige Gebet des einzusetzenden Bischofs für das ihm anvertraute Gottesvolk zu versprechen. Auch wenn das Stundengebet sicherlich nicht immer im Alltag leicht falle, so wisse er sich doch mit seinen Priestern im Bistum verbunden, die gemeinsam für und mit ihren Gemeinden das Stundengebet feiern. Der Priester solle dabei im positiven Sinne ein „Anstifter“ zum Gebet sein und durch seine Lebensweise die geistliche Verankerung im Gebet sichtbar werden lassen.
Bei all den äußeren Einflüssen, die dabei jedoch auf jeden einzuströmen pflegen, sei es wichtig, sich dessen bewusst zu sein, dass Gott eben nicht im Lärm, in der Geschäftigkeit, im Erdbeben oder in der Feuersäule zu hören ist. Vielmehr sei ER als eine „Stimme verschwebenden Schweigens“ (Martin Buber) zu erfahren. Dieses göttliche Schweigen, diese Stille gelte es auszuhalten. Erzbischof Becker verdeutlichte dies durch die Anbetungsgelegenheiten der heiligen Eucharistie im Alltag der Priesteramtskandidaten. Der Herr werde „ausgesetzt“ in der Monstranz. Doch zeitgleich setzten sich auch die Gläubigen in der Kirche dem Wirken des Herrn aus: ein Herr, der in seinen Dienst beruft und uns immer wieder neu herausfordert.

Diesen Herausforderungen stellen sich die neu Beauftragten, wenn sie künftig ihrem Dienst bei der Verkündigung des Wortes Gottes als Lektor nachgehen oder aber als Akolythen Anbetungszeiten gestalten und in der heiligen Eucharistie das Sakrament Gottes zu den Menschen bringen.