Verbrennungsofen im Krematorium in Werl

Ausbildung im Pastoralkurs

Thema: Beerdigung, mehr als nur 15 Minuten auf dem Friedhof

Unterkurs bei der Übung zur Erdbestattung

Nun, da unsere Mitbrüder zu Diakonen geweiht wurden, ist es ihnen möglich, weitere pastorale Tätigkeiten in ihren Praktikumsgemeinden und darüber hinaus zu übernehmen. Besonders Beerdigungen werden auf sie zukommen, da sie den größten Anteil der sogenannten Kasualien ausmachen. Vor allem an den Wendepunkten des Lebens suchen Menschen nach Halt, den sie oft im Glauben an Gott finden. Für diese kirchlichen Handlungen wurde durch den Soziologen Arnold van Gennep der Begriff "rites de passages" ("Übergangsrituale") geprägt, da sie an Übergangssituationen des menschlichen Lebens stattfinden - zu den Kasualien gehören neben der Beerdigung auch die Taufe, die Erstkommunion und die Firmung sowie die Trauung. 

Mit der Begräbnisfeier nahmen die Diakone nun ein sehr sensibles Thema in den Blick. Zum einen gilt es natürlich, den Sterbenden zu begleiten, aber auch die Angehörigen dürfen dabei nicht aus dem Blick geraten, z. B. die Begleitung der Trauernden bei einem unmittelbaren Todesfall. Auch die weitere Betreuung der Hinterbliebenen ist übrigens eine wichtige pastorale Aufgabe des Geistlichen, denn der Trauerprozess setzt nicht bei jedem Menschen unmittelbar nach dem Tod des Angehörigen ein. Oft dauert es einige Tage - nämlich wenn der Alltag wieder begonnen hat -, bis die Hinterbliebenen anfangen, ihre Trauer zuzulassen und den Trauerfall zu verarbeiten. Aber auch die Fragen der Begräbnisfeier und -form frühzeitig zu klären, kann sich entlastend für die Angehörigen auswirken.

 
 

Um sich näher mit der heutigen Begräbniskultur und dem steigenden Bedarf nach Urnenbegräbnissen auseinander zu setzen, der für junge Erwachsene meist keine Alltäglichkeit ist, besuchten die Diakone des Unterkurses das Krematorium in Werl. Die Einäscherungen finden hier bei 800° Celsius statt und werden sehr würdevoll vollzogen. Die Angehörigen tragen nach dem Todesfall eine sehr große seelische Last, die durch eine professionelle Begleitung auch in diesem Bereich gelindert werden kann. Eine stetig steigende Zahl von Menschen zieht heutzutage eine Feuerbestattung der Erdbestattung vor. Ebenso werden immer häufiger
Wíesengräber oder sogenannte "Ruheforste" als Ort der letzten Ruhe angefragt.

Auch der Begräbnisritus am Grab muss gut vorbereitet sein, denn in diesem emotionalen Ausnahmezustand braucht es Orientierung und Sicherheit. Nicht selten ist der Geistliche, der den Begräbnisritus vollzieht, die emotionale Stütze, die sich die Trauernden am offenen Grab wünschen. Deshalb bereiten sich die Diakone unter Anleitung von Subregens Kammradt intensiv auf den Begräbnisdienst vor.